Georg Pagenstedt Blog

Welche Ursachen hat der Klimawandel?

Alle Fakten zu Ursachen des Klimawandels. Darstellung von Treibhauseffekt und Treibhausgasen, Verursacher nach Sektoren und Regionen..


Übersicht

Menschengemachter Klimawandel

Wolken, Kohlendioxid und Methan schirmen die Erde wie ein Gewächshaus ab von der Wärme der Atmosphäre. Der menschliche Lebenswandel mit einem in vielen Teilen der Welt übermäßigen Ressourcenverbrauch führt zu einer Aufheizung des Klimas (anthropogener Treibhauseffekt). Durch die Klimaerwärmung gerät die Natur zunehmend aus dem Gleichgewicht.

97 Prozent der Klimaforscher sind aufgrund der Faktenlage davon überzeugt, dass maßgeblich der Mensch den aktuellen Klimawandel verursacht.

Emissionen und Treibhausgase

In der Erdatmosphäre sind natürliche Gase enthalten. Sie gleichen den Wärmehaushalt aus, indem sie die Wärme der Sonne nutzen.

Die Konzentration einiger Gase hat stark zugenommen durch vom Menschen verursachte Emissionen. Diese verstärken den Treibhauseffekt und werden deshalb auch Treibhausgase genannt.

Die Verteilung schädlicher Treibhausgase und Luftemissionen in 2017 im Überblick:

  • Kohlendioxid (CO2): 81%
  • Methan: 11%
  • Lachgas: 5%
  • Fluorierte Gase: 2%

Kohlendioxid (CO2)

CO2 ist die chemische Bezeichnung für das aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehende Molekül Kohlendioxid. Das Gas ist farblos, in Wasser löslich, nicht brennbar, geruchlos und ungiftig. Die CO2-Konzentration in der Luft liegt bei nur etwa 0,04 Volumenprozent.

CO2 spielt als Treibhausgas eine entscheidende Rolle, da es einen Teil der von der Erde in das Weltall abgegebenen Wärme absorbiert und sie zurück strahlt auf die Erde. Mittels dieses „natürlichen Treibhauseffektes“ entsteht auf der Erde ein gemäßigtes Klima, welches die Natur gedeihen lässt.

Methan

Methan ist nach Kohlendioxid das zweite wichtige Treibhausgas. Es hat eine 28-mal stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt als CO2. Etwa 60% der Methan-Emissionen haben vom Menschen gemachte Ursachen. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der Methangehalt in der Atmosphäre mehr als verdoppelt.

Lachgas (Distickstoffoxid)

Lachgas ist ein etwa 300-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid (CO2) und trägt etwa sieben Prozent zur globalen Erwärmung bei.

Fluorierte Gase

Unter den fluorierten Gasen (F-Gase) werden teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), Schwefelhexafluoride (SF6) und Stickstofftrifluoride (NF3) zusammengefasst Sie haben eine bis zu 23.000-mal stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt als CO2.

F-Gase wurden in den letzten Jahren auf EU-Ebene stark reguliert und sollen schrittweise verringert werden.

Verursacher von Emissionen

CO2-Emissionen nach Ländern

China hat im Jahr 2018 mit 10,1 Mrd. Tonnen (t) am meisten CO2 aller Länder weltweit emittiert. Es folgen die USA mit etwa 5,4 Mrd. t, Indien (2,7 Mrd. t), Russland (1,7 Mrd. t), Japan (1,2 Mrd. t) und Deutschland mit 0,8 Mrd. t.

Pro-Kopf wurde in 2018 in Saudi-Arabien am meisten CO2 emittiert (18,4 t) Die USA und Australien stoßen jeweils Pro-Kopf rund 16 t aus. Deutschland lag 2018 mit 9,1 t vor anderen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich (5,2 t), Spanien (5,7 t), Italien (5,6 t) und Großbritannien (5,7 t). China weist einen Wert von 7 t pro Kopf aus, Russland 12 t und Indien 2 t.

CO2-Emissionen nach Sektoren

Der menschengemachte (anthropogene) Klimawandel wird zu 63% zurückgeführt auf CO2. Die Konzentration des Gases in unserer Atmosphäre ist heute um 40% höher als zu Beginn der Industrialisierung.

Die CO2-Emissionen verteilten sich im Jahr 2018 wie folgt auf die verschiedenen Sektoren:

  • Elektrizitäts- und Wärmeversorgung: 42%
  • Transport: 25%
  • Industrie: 19%
  • Gebäude: 6%
  • Andere energieerzeugende Industrie: 5%
  • Kommerzielle und öffentliche Dienstleistungen: 3%

Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung

Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide. Der Energie-Bereich ist für den größten Teil der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich.

Transport und Verkehr

Transport und Verkehr verursachen rund 25% der weltweiten CO2-Emissionen. Der kommerzielle Straßenverkehr war 2016 für 18% des Aufkommens verantwortlich, Luftverkehr und Schifffahrt jeweils für rund 3% und sonstiger Verkehr für 1%.

Die Emissionen von Flugzeugen in der Höhe bewirken einen wesentlich stärkeren Treibhauseffekt als solche auf dem Boden.

Tierzucht und Fleischproduktion

Kühe und Schafe erzeugen bei der Verdauung von Futter große Mengen Methan. Mit negativen Folgen für die Umwelt.

Auf Methan entfallen 11% der schädlichen Emissionen.

Abholzung

Bäume tragen durch Aufnahme von CO2 zur Regulierung des Klimas bei. Durch die Abholzung geht die positive Wirkung verloren. Der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird dann in die Atmosphäre freigesetzt und trägt so zum Treibhauseffekt bei.

Gebäude und Baustoffe

Ein großer Treiber der Klimakrise sind zudem Gebäude. Gebäude verursachen 6% der globalen CO2-Emissionen, insbesondere bei der Produktion von Baustoffen wie Stahl und Beton.

Kühlmittel und Treibgase

Fluorierte Gase werden verwendet als Kältemittel in Klimaanlagen und Kühlgeräten, in Dämm-Materialien, als Treibgas in Sprays oder als Feuerlöschmittel. Der Anteil der F-Gase an der Entstehung klimaschädlicher Gase entspricht in etwa dem des Flugverkehrs.

Düngemittel

Die Stickstoffdüngung erhöht die Konzentration von Lachgas in der Atmosphäre. Die Konzentration des Gases in der Atmosphäre liegt inzwischen um 20 Prozent über dem vorindustriellen Niveau. Das hat Auswirkungen auf das Klima.

Zunehmende Erderwärmung

Mit dem Anstieg der Erderwärmung um rund 1 °C seit 1970 nimmt weltweit das Risiko von Umweltveränderungen stark zu. Bereits in den nächsten Jahren könnte das Pariser Klimaziel von 1,5 ° C erreicht werden.

Die Ausdehnung des arktischen Meereises war zudem während eines Großteils des Sommers 2020 auf einem extrem niedrigen Niveau.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit massiv.

Der Meeresspiegel steigt, extreme Wetterereignisse und Niederschlägen nehmen zu. Extreme Hitzewellen und Dürren häufen sich.

Die Bedeutung von Klimaschutz wächst, um die Auswirkungen des Klimawandels für Mensch und Umwelt in Schranken zu halten.